Hervorgehoben

Camp Moria auf Lesbos

Die Fotografin Alea Horst (37) engagiert sich seit 2016 in Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt. Mit ihren Aufnahmen macht sie auf soziale Missstände aufmerksam. Als freiwillige Helferin und Fotografin war sie im vergangenen Jahr in Syrien, Mexico, El Salvador, Rumänien und Bangladesh. Und zuletzt fotografierte Alea im März 2020 – also ganz aktuell – im Lager „Moria“ auf Lesbos.

Wir bedanken uns für die Erlaubnis der Fotografin, hier auszugsweise aus ihren Bildern veröffentlichen zu dürfen. Mehr Eindrücke aus Moria finden Sie auf der Webseite von Alea Horst –> MORIA

Die Fotografin Alea Horst stellt uns einige ihrer Aufnahmen zur Verfügung.
Dafür herzlichen Dank!

Was hast du denn gedacht?

Ein Gastbeitrag von Silke Naun-Bates

Persönlich empfinde ich Moria als Armutszeugnis der europäischen Gesellschaft. Es muss doch möglich sein, den Menschen im Lager Moria, die für mich stellvertretend für alle Menschen auf diesen Planeten stehen, deren Menschenwürde mit Füßen getreten wird, mit Achtung, Respekt und Mitgefühl zu begegnen; ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, indem wir ihnen ein neues Zuhause bieten.
Was hält uns davon ab?
Angst?
Wovor?
Mangel?

Oder ist es schlussendlich einfach nur die Anmaßung darüber zu urteilen oder zu werten, welches Leben wertvoll ist?

Exakt hier an dieser Stelle haben wir die Möglichkeit zu zeigen, dass wir begriffen haben, dass es sich nicht nur um menschliche Einzelschicksale dreht, sondern um die Entwicklung der gesamten Gesellschaft vom ICH zum WIR.

Was hast du denn gedacht?
Dass wir Waffen an den Mann gebracht
und ein Friedensfeuer wird entfacht?
Hast du tatsächlich geglaubt,
dass Ausbeutung von Mensch und Natur bleibt bestehen, ohne Korrektur?
Ist dir bewusst, dass unser Wohlstand, „hart“ verdient,
durch jeden Krieg wird mitfinanziert?
Und jetzt wirst du konfrontiert,
mit dem Ergebnis dessen, was du ignoriert.
Erschrecken, Angst, Entsetzen,
bereit zur menschenverachtenden Hetze.
Menschen ihrer Freiheit beraubt,
auf ihrer Flucht, der letzte Rest Würde verstaubt.
Über blutgetränkte Erde,
Schritt für Schritt in weite Ferne.
Schleppern Geld in die Hände gelegt,
Organ- und Menschenhandel wiederbelebt.
Endlich angekommen im freien Land,
Lager und Zäune aus europäischer Hand.
Wir wollten doch nur verdienen an jedem Krieg,
mit Massenflucht ist uns nicht gedient.
Und dann noch so viele – Schock, schwere Not,
jetzt müssen wir auch noch bezahlen euer Brot…
Revolution der Liebe
Es ist Zeit endlich aufzuwachen,
ein Feuer des Mitgefühls zu entfachen.
Es ist mehr als genug für uns alle da,
alles andere ist eine Lüge, war niemals wahr.
Grenzen gesetzt aus Angst, Macht und Gier,
Zeit sie zu sprengen – jetzt und hier.
Lass statt Angst die Liebe regieren,
Freiheit kann nur in Liebe existieren.
Frei, kraftvoll und unzähmbar wird sie sich zeigen,
bricht jedes noch so undurchdringliche Schweigen.
Verstand entwirrt, ein Feuer entfacht,
eine Revolution der Liebe – jetzt sind wir wach.

Silke Naun-Bates auf ihrer Webseite über sich:
„Für viele Menschen bin ich einfach „die Frau ohne Beine“, für einige „ein vor Freude sprühendes Energiebündel“, wieder andere nennen mich eine „Mutmacherin“, manche sehen in mir eine „Lehrerin und Lebensberaterin“ und unsere Postbotin nennt mich „Powerfrau„. So bin ich für jeden Menschen, was dieser in mir sieht.“

Foto: Alea Horst / Lesbos